Verlust und Trennung

Fünf Schritte, um mit Verlust und Trennung umzugehen

Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist immer schwer. Sei es aufgrund von Tod, Auflösung einer Beziehung oder weil die Kinder das Elternhaus verlassen. Häufig bleibt das Gefühl der Verzweiflung und Einsamkeit zurück.

 

Warum ist das so?

Menschen neigen grundsätzlich dazu, das Schöne und Angenehme festhalten zu wollen. Wir lieben die Illusion der Sicherheit selbst dann, wenn sie schon längst zur Gewohnheit und/oder zur Belastung wurde. Veränderungen sind oftmals schwierig, weil wir das Ungewisse scheuen.

 

  • Tod

Warum ist der Tod so gefürchtet?

In unserer Zivilisation stellt der Tod das Ende dar. Wir fürchten ihn weil wir nicht wissen, ob und wie es weitergeht. Mittlerweile gibt es viele wissenschaftliche Studien die belegen, dass es ein Leben nach dem Tode gibt. Ich selbst hatte in meinen frühen Kindheitsjahren ein Nahtoderlebnis und bin deshalb von der Richtigkeit dessen überzeugt.

Selbst die Natur gibt uns Eindrücke, dass es ein Leben danach gibt:

  • Der Same einer riesigen Eiche muss erst sterben, bevor er die Frucht des Baumes hervorbringen kann.
  • Die Raupe muss erst sterben, bevor der Schmetterling daraus hervorgehen kann.
  • In den kalten Monaten zieht sich die Natur zurück, um danach wieder neu erblühen und wachsen zu können.

Warum sollte es beim Menschen anders sein?

 

  • Beziehungen

Warum bleiben Menschen in toxischen Beziehungen?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Selbst wenn die Beziehung schon längst toxisch ist, halten wir an vermeintlichen „Sicherheiten“ fest. Lieber halten wir etwas Gewohntes aufrecht, als die Veränderung in Richtung Ungewissheit einzuleiten. Lieber halten wir den Streit aus und werden krank, als dass wir etwas verändern.

Bitte verstehen Sie mich richtig. Ist eine Beziehung belastend, muss die Lösung nicht gleich eine Trennung sein. Es gibt Gründe, warum sie belastend ist – hier ist Veränderung erforderlich.

 

  • Kinder verlassen das Haus

Warum sind wir traurig, wenn unsere Kinder das Elternhaus verlassen?

Wenn die Zeit reif ist, verlassen die Kinder das Haus. Ob sie nun ein Auslandsjahr machen, sich verlieben oder finanziell unabhängig werden – es spielt keine Rolle. Sie verlassen die elterliche Obhut, um ihre Flügel auszubreiten und eigenständig zu werden. Das ist der Lauf des Lebens und richtig so. Warum aber leiden Eltern, wenn es doch ihren Kindern gut dabei geht? Genau genommen sollten sie jubeln und glücklich sein. Das wäre eine gesunde Lebenseinstellung, doch leider ist häufig genau das Gegenteil der Fall. Eltern klammern, leiden und machen es somit den Kindern sehr schwer, in ihr eigenes Leben zu gehen.

 

Was haben diese Beispiele gemeinsam?

Es geht immer um Trennung.

Trennungen sind für Menschen grundsätzlich schwierig. Je mehr Trennungen ein Mensch in seinem Leben erfahren hat, desto schwieriger wird es, sich auf andere Menschen einlassen zu können. Aus Angst vor Schmerz, Trauer, Einsamkeit und all den Gefühlen, die wir grundsätzlich ablehnen.

 

Auswirkung von Trennungen:

  • wir bauen Schutzmauern um uns
  • wir lassen keine Gefühle mehr zu
  • wir verschließen die Herzen
  • wir werden physisch und/oder psychisch krank

Früher oder später werden wir einsam …

Und all das weil wir gelernt haben, dass Gefühle der Trauer und grundsätzlich „negative“ Gefühle schlecht bzw. unerwünscht sind. Wir haben immer glücklich und fröhlich zu sein. Ich erachte das als nicht möglich und ziemlichen Unsinn!

Gefühle der Trauer sind notwendig, um das Geschehene in Heilung zu bringen. An dieser Stelle möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass wir emotionale Wesen und keine Roboter sind. Und wenn es auch heißt, dass Gefühle im Berufsleben nichts zu suchen haben – wir bringen sie trotzdem mit. Wir sind, wer wir sind. Es ist, wie wir funktionieren – wir können es nicht zur Gänze verhindern.

Wer tiefer Gefühle der Trauer fähig ist, ist auch tiefer Gefühle der Liebe fähig. Wer sich hingegen emotional vor diesen Gefühlen verschließt wird eines Tages schmerzlich lernen müssen, dass er in der Einsamkeit landet. Wer eine dicke Mauer um sich selbst herum baut, schützt sich vermeintlich davor verletzt zu werden, kann aber auch Gefühle der Liebe nicht mehr spüren.

Bitte stelle Dir hierfür folgendes Bild vor:

Du befindest Dich in einem Turm aus Steinen. Niemand kann zu Dir. Irgendwann kannst aber auch Du nicht mehr raus. Du bist eingesperrt in Deinem selbst erbauten Turm. Fazit: Noch mehr Trennungen, Verluste, Einsamkeit, Depressionen – weil Du Dich selbst „weggesperrt“ hast.

 

Wo liegt die Lösung?

1. Nimm Deine Gefühle an.

Wenn Dich der Verlust eines Menschen schmerzt, akzeptiere es. Sag nicht: „Es ist mir egal!“. Es stimmt nicht, sonst würdest Du Dich anders verhalten. Du verleugnest nur Dich selbst und Deine eigenen Gefühle und verschlimmerst Deine Situation. Sag in Gedanken „JA, es tut mir weh, dass „XY“ nicht mehr bei mir ist“.

 

2. Emotionen können sich dadurch vorerst verschlimmern.

Es mag sich sonderbar anhören, aber das ist gut. Akzeptiere es und sag in Gedanken „ja“ dazu. Du wirst spüren, dass es Dir schon bald besser geht.

 

3. Akzeptiere, dass es nicht um Person „XY“ geht.

Viel mehr geht es darum, was dieser Verlust bei Dir auslöst. Es zeigt unterdrückten Schmerz auf, der geheilt werden möchte.

 

4. Gehe tiefer, um an die Wurzel des Problems zu kommen:

Schließe Deine Augen, atme ruhig und tief ein und aus und stelle Dir folgende Frage:

Welche Gefühle löst der Verlust von „XY“ bei mir aus?

Möglichkeiten:

  • Gefühle der Einsamkeit
  • Unsicherheit
  • nicht liebenswert/ungeliebt zu sein
  • nicht gut genug zu sein
  • diverse Ängste wie z.B. Existenzangst, unbestimmte Ängste
  • und vieles mehr

Wenn Du Dein ganz persönliches Gefühl identifiziert hast, bejahe es, indem Du Dir selbst sagst:
„Ja, ich bin einsam“ oder „Ja, ich bin ungeliebt“ oder „Ja, ich bin nicht gut genug“ oder „Ja, ich bin ungeschützt“ oder welches  Gefühl auch immer Du identifiziert hast.

Mache es solange, bis Du das Gefühl hast, dass es reicht. Das kann eine halbe Minute oder länger dauern.

 

5. Gib Dir Zeit und lasse es wirken.

Sobald Du mit obiger Übung fertig bist, versuche Dich so gut wie möglich vom Thema abzulenken. Sprich nicht mehr darüber und versuche, nicht mehr daran zu denken! Du wirst sehen – das hilft sehr.

 

Es geht um Dich:

Fühlst Du Dich traurig oder einsam, weil Deine Beziehung ein Ende nahm, Deine Kinder aus dem Haus sind, ein geliebter Mensch verstorben oder eine Freundschaft zerbrochen ist? Oder hast Du Angst davor, eine weitere Beziehung einzugehen oder Dich auf jemanden emotional einzulassen?

Mache obige Übung. Sollte das nicht reichen und Du Hilfe benötigen, kontaktiere mich bitte. Gemeinsam werden wir einen Weg finden, der Dich wieder glücklich macht.

Zeit für Neues!

Emotionale Intelligenz ist erlernbar. Hierbei spiel es keine Rolle, auf welchem Level Sie stehen!

Ich biete In-House-Trainings und Open-Trainings und freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme:

Ja, ich interessiere mich für ein Gespräch hinsichtlich meiner Organisation
Teilen Sie dies auf: